{"id":38990,"date":"2026-10-09T10:28:02","date_gmt":"2026-10-09T08:28:02","guid":{"rendered":"https:\/\/enginsight.com\/?p=38990"},"modified":"2026-10-09T10:29:16","modified_gmt":"2026-10-09T08:29:16","slug":"enginsight-im-expertengespraech-mit-cybersecurity-insider-candid-wueest-unternehmen-brauchen-resilienz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enginsight.com\/de\/blog\/enginsight-im-expertengespraech-mit-cybersecurity-insider-candid-wueest-unternehmen-brauchen-resilienz\/","title":{"rendered":"Enginsight im Expertengespr\u00e4ch mit Cybersecurity-Insider Candid W\u00fcest: \u201eUnternehmen brauchen Resilienz&#8220;"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Digitale Souver&#xE4;nit&#xE4;t. K&#xFC;nstliche Intelligenz. Security-Kontinuit&#xE4;t.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Candid W&#xFC;est z&#xE4;hlt zu den bekanntesten Cybersecurity-Experten Europas. Seit vielen Jahren analysiert er die internationale Bedrohungslage, beobachtet neue Angriffsmethoden und bewertet technologische Entwicklungen im Bereich Informationssicherheit. Als gefragter Redner ist er regelm&#xE4;&#xDF;ig auf f&#xFC;hrenden Cybersecurity-Konferenzen weltweit vertreten und steht im engen Austausch mit Herstellern, Forschern, Sicherheitsexperten und IT-Verantwortlichen. Seine Einsch&#xE4;tzungen zu aktuellen Bedrohungen und langfristigen Technologietrends genie&#xDF;en in der Branche hohe Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Interview spricht er &#xFC;ber digitale Souver&#xE4;nit&#xE4;t, den Einfluss von K&#xFC;nstlicher Intelligenz auf die Cybersicherheit und dar&#xFC;ber, warum Unternehmen trotz aller Innovationen die Grundlagen der IT-Sicherheit nicht aus den Augen verlieren d&#xFC;rfen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Herr W&#xFC;est, die Cybersecurity-Branche produziert jedes Jahr neue Schlagworte. Welchen Trend halten Sie aktuell f&#xFC;r wirklich relevant und welcher wird Ihrer Meinung nach &#xFC;bersch&#xE4;tzt?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Ein besonders wichtiger Trend f&#xFC;r Europa ist die digitale, beziehungsweise technologische Souver&#xE4;nit&#xE4;t. Dabei geht es nicht um Autarkie um jeden Preis, sondern um die F&#xE4;higkeit, kritische Technologien, Daten, Cloud-Dienste, Lieferketten und Sicherheitsfunktionen bewusst zu kontrollieren und widerstandsf&#xE4;hig zu gestalten. Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten wird Cybersicherheit zunehmend zu einer Frage <strong>strategischer Handlungsf&#xE4;higkeit<\/strong>. Unternehmen brauchen Resilienz, also Widerstandsf&#xE4;higkeit, und nicht nur Pr&#xE4;ventionsma&#xDF;nahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls hochrelevant ist der st&#xE4;rkere Fokus auf Identit&#xE4;ten, Authentisierung und Autorisierung. Besonders im Blick stehen sogenannte <strong>Non-Human Identities (NHI)<\/strong>, also digitale Identit&#xE4;ten von Anwendungen, Maschinen, Bots, Diensten oder KI-Systemen. Viele erfolgreiche Angriffe basieren heute auf kompromittierten Identit&#xE4;ten, missbrauchten Zugriffsfreigaben, gestohlenen Sitzungsinformationen oder unzureichend kontrollierten Service-Konten. Entsprechend verlagern sich viele Angriffe v<strong>on klassischen Passwortdiebst&#xE4;hlen hin zur &#xDC;bernahme bestehender Anmeldesitzungen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#xDC;bersch&#xE4;tzt wird aus meiner Sicht der aktuelle Hype um sogenannte <strong>AI-SOCs<\/strong>, also Security Operations Center mit KI-Unterst&#xFC;tzung. Viele dieser L&#xF6;sungen kombinieren etablierte Technologien wie <strong>SIEM-Systeme<\/strong> zur Analyse von Sicherheitsdaten oder <strong>SOAR-Plattformen<\/strong> zur Automatisierung von Sicherheitsprozessen mit gro&#xDF;en Sprachmodellen. Das kann die Arbeit von Sicherheitsteams deutlich beschleunigen, etwa bei der Analyse, Priorisierung und Dokumentation von Vorf&#xE4;llen. Die eigentlichen Herausforderungen werden dadurch jedoch nicht automatisch gel&#xF6;st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch den Trend zu <strong>autonomen KI-Agenten <\/strong>sehe ich differenziert. Sie k&#xF6;nnen wertvolle Unterst&#xFC;tzung leisten, wenn ihre Aufgaben klar definiert sind, ihre Berechtigungen begrenzt bleiben und <strong>kritische Entscheidungen weiterhin von Menschen freigegeben <\/strong>werden. Problematisch wird es, wenn Agenten weitreichende Zugriffsrechte erhalten und externe Informationen ungepr&#xFC;ft &#xFC;bernehmen. Angriffe durch sogenannte <strong>Prompt Injections<\/strong>, bei denen KI-Systeme &#xFC;ber manipulierte Eingaben beeinflusst werden, werden uns noch lange begleiten.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Auf internationalen Fachmessen sehen Sie Entwicklungen oft Jahre fr&#xFC;her als viele Unternehmen in Europa. Welche Technologien oder Sicherheitsans&#xE4;tze werden die Cybersecurity-Landschaft in den kommenden drei bis f&#xFC;nf Jahren pr&#xE4;gen?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> F&#xFC;nf Jahre sind im Zeitalter der K&#xFC;nstlichen Intelligenz eine lange Zeit. Dennoch zeichnen sich bereits heute einige Entwicklungen klar ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu geh&#xF6;rt das sogenannte <strong>Agentic Exposure Management<\/strong>. Vereinfacht gesagt geht es darum, Angriffsfl&#xE4;chen kontinuierlich durch intelligente Systeme analysieren und bewerten zu lassen. Erg&#xE4;nzt wird dies durch <strong>agentisches Penetration Testing<\/strong>, bei dem KI-gest&#xFC;tzte Werkzeuge laufend Schwachstellen identifizieren und reale Angriffsszenarien simulieren. Der Trend geht weg von punktuellen Scans und j&#xE4;hrlichen Penetrationstests hin zu einer kontinuierlichen Bewertung der tats&#xE4;chlichen Sicherheitslage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig entwickelt sich <strong>Identity Security<\/strong>, also der Schutz digitaler Identit&#xE4;ten, zum zentralen Kontrollpunkt moderner Sicherheitsarchitekturen. Nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Anwendungen, Cloud-Workloads und KI-Agenten ben&#xF6;tigen klar definierte Identit&#xE4;ten, zeitlich begrenzte Berechtigungen und vollst&#xE4;ndige Nachvollziehbarkeit ihrer Aktivit&#xE4;ten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar&#xFC;ber hinaus gewinnt der Ansatz <strong>Secure by Design<\/strong> wieder an Bedeutung. Sicherheitsanforderungen, Bedrohungsanalysen und die Absicherung von Lieferketten m&#xFC;ssen bereits in Entwicklung und Beschaffung ber&#xFC;cksichtigt werden, statt Schwachstellen erst nachtr&#xE4;glich durch Scans und Updates zu beheben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Trend betrifft den <strong>Browser<\/strong>. Da immer mehr Anwendungen als Cloud-Dienste genutzt werden, entwickelt sich der Browser zunehmend zur zentralen Arbeitsplattform. Damit wird er automatisch zu einer sicherheitskritischen Komponente. Es ist allerdings denkbar, dass diese Entwicklung durch den Aufstieg pers&#xF6;nlicher KI-Assistenten teilweise &#xFC;bersprungen wird.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: K&#xFC;nstliche Intelligenz wird mittlerweile von Angreifern und Verteidigern gleicherma&#xDF;en eingesetzt. Wer hat aktuell die Nase vorn?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Derzeit haben Angreifer eher einen Vorteil. KI erm&#xF6;glicht eine weitgehende Automatisierung und Skalierung von Angriffen. <strong>Phishing<\/strong>-Nachrichten wirken &#xFC;berzeugender, die Aufkl&#xE4;rung potenzieller Ziele erfolgt schneller und bis dahin unbekannte Schwachstellen k&#xF6;nnen effizienter priorisiert und ausgenutzt werden. Das spiegelt sich auch in der stark steigenden Zahl gemeldeter Sicherheitsl&#xFC;cken wider.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verteidiger holen allerdings auf. Vor allem bei der Angriffserkennung, der Priorisierung von Vorf&#xE4;llen, dem sogenannten <strong>Threat Hunting<\/strong> und der Bewertung von Risiken liefert KI bereits heute einen erheblichen Mehrwert. Dennoch l&#xF6;st sie keine grundlegenden Probleme wie mangelnde Transparenz &#xFC;ber die vorhandenen Systeme, unzureichende Identit&#xE4;tskontrollen oder schwache Prozesse zur Behebung von Schwachstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine besondere Herausforderung stellen <strong>frei verf&#xFC;gbare KI-Modelle<\/strong> dar. Modelle wie DeepSeek oder Kimi k&#xF6;nnen von Angreifern vergleichsweise einfach f&#xFC;r offensive Zwecke eingesetzt werden. Gleichzeitig erschweren die Sicherheitsmechanismen kommerzieller KI-Systeme in einigen F&#xE4;llen sogar die Analyse realer Cybervorf&#xE4;lle. Unternehmen sollten KI deshalb als leistungsf&#xE4;higes Werkzeug betrachten, nicht als Allheilmittel.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Viele Unternehmen k&#xE4;mpfen mit einer immer gr&#xF6;&#xDF;eren Zahl von Sicherheitsl&#xF6;sungen und Warnmeldungen. Liegt die Zukunft eher in integrierten Plattformen oder im Best-of-Breed-Ansatz?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Die Zukunft liegt wahrscheinlich weder ausschlie&#xDF;lich bei Plattformen noch ausschlie&#xDF;lich bei spezialisierten Einzell&#xF6;sungen. Entscheidend werden offene Integrationen und Automatisierung sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Plattformen<\/strong> helfen dabei, Werkzeuglandschaften zu konsolidieren, Daten besser zu korrelieren und den administrativen Aufwand zu reduzieren. Spezialisierte L&#xF6;sungen bleiben jedoch dort wichtig, wo sie nachweislich bessere Erkennungs- oder Analysef&#xE4;higkeiten bieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Plattformansatz hat derzeit leichte Vorteile. Allerdings existiert die Vision eines einzigen zentralen Dashboards seit mehr als einem Jahrzehnt. Ein &#x201E;Single Pane of Glass&#x201C; allein l&#xF6;st keine Sicherheitsprobleme. K&#xFC;nftig werden Teams ihre Ansichten und Arbeitsabl&#xE4;ufe zunehmend selbst gestalten. <strong>KI-Agenten<\/strong> werden dabei &#xFC;ber <strong>standardisierte Schnittstellen<\/strong> und klar definierte Berechtigungen mit unterschiedlichen Sicherheitsl&#xF6;sungen zusammenarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Digitale Souver&#xE4;nit&#xE4;t ist in Europa zu einem zentralen Thema geworden. Beobachten Sie ein zunehmendes Interesse an europ&#xE4;ischen Cybersecurity-L&#xF6;sungen?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Definitiv. Digitale Souver&#xE4;nit&#xE4;t hat in Europa erheblich an Bedeutung gewonnen. Die gro&#xDF;en US-Anbieter dominieren zwar weiterhin den Markt, reagieren aber zunehmend mit europ&#xE4;ischen Rechenzentren, regionalen Betriebsmodellen und lokalen Rechtsstrukturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist jedoch nicht nur der physische Standort von Daten. Unternehmen m&#xFC;ssen verstehen, welchem R<strong>echtsraum<\/strong> ihre Daten unterliegen, wer administrativen <strong>Zugriff<\/strong> besitzt und wie abh&#xE4;ngig sie von einzelnen Anbietern geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb empfehle ich, kritische Abh&#xE4;ngigkeiten systematisch zu erfassen und <strong>Notfallpl&#xE4;ne<\/strong> zu entwickeln. Unternehmen sollten sich bewusst die Frage stellen, welche Auswirkungen der Ausfall eines Cloud-Anbieters, einer Region oder eines zentralen Identit&#xE4;tsdienstes auf ihr Gesch&#xE4;ft h&#xE4;tte. Ziel ist nicht die vollst&#xE4;ndige Abl&#xF6;sung gro&#xDF;er Hyperscaler, sondern die bewusste Reduzierung von Risiken und die Vorbereitung realistischer <strong>Ausweichszenarien<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Welche neuen Angriffsszenarien bereiten Ihnen derzeit die gr&#xF6;&#xDF;ten Sorgen?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Am meisten Sorge bereitet mir die Geschwindigkeit und Kontinuit&#xE4;t moderner Angriffe. Nicht zwingend, weil KI schneller arbeitet als klassische Werkzeuge, sondern weil autonome Systeme rund um die Uhr nach Schwachstellen suchen, Angriffspfade analysieren und Angriffsketten vorbereiten k&#xF6;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch st&#xF6;&#xDF;t das klassische Schwachstellen- und Patch-Management zunehmend an seine Grenzen. Unternehmen m&#xFC;ssen davon ausgehen, dass jederzeit ungepatchte oder bislang unbekannte Schwachstellen vorhanden sein k&#xF6;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konsequenz daraus lautet: <strong>Defense in Depth<\/strong>, also ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept. Dazu geh&#xF6;rt die kontinuierliche &#xDC;berpr&#xFC;fung von Angriffsfl&#xE4;chen, Netzwerksegmentierung, minimale Berechtigungen, starke Identit&#xE4;tskontrollen und umfassende Transparenz &#xFC;ber die gesamte IT-Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise entstehen durch KI bislang nur selten v&#xF6;llig neue Angriffsmethoden. Viel h&#xE4;ufiger werden bekannte Techniken automatisiert und massiv skaliert. Gleichzeitig bleiben erstaunlich einfache Social-Engineering-Angriffe sehr erfolgreich. Ein Beispiel sind sogenannte <strong>ClickFix-Angriffe<\/strong>, bei denen Anwender durch gef&#xE4;lschte Sicherheitsabfragen dazu verleitet werden, selbst sch&#xE4;dliche Skripte auszuf&#xFC;hren. Deshalb reichen Sensibilisierungsma&#xDF;nahmen allein nicht aus. Unternehmen ben&#xF6;tigen erg&#xE4;nzend wirksame technische Schutzmechanismen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Wie wird ein modernes Security Operations Center im Jahr 2031 aussehen?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Routineaufgaben werden weitgehend automatisiert sein. KI-Systeme werden Sicherheitsereignisse analysieren, Bedrohungen bewerten und bei klar definierten Szenarien eigenst&#xE4;ndig Gegenma&#xDF;nahmen einleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Menschen bleiben jedoch unverzichtbar.<\/strong> Sie werden sich auf Risikoentscheidungen, neuartige Angriffsmuster, forensische Analysen und Vorf&#xE4;lle mit hoher gesch&#xE4;ftlicher Relevanz konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend wird dabei ein <strong>abgestuftes Vertrauensmodell<\/strong> sein. Je geringer die Risiken und je leichter sich eine Ma&#xDF;nahme r&#xFC;ckg&#xE4;ngig machen l&#xE4;sst, desto autonomer d&#xFC;rfen Systeme handeln. Voraussetzung daf&#xFC;r sind nachvollziehbare Entscheidungen, klar definierte Eskalationswege sowie getestete Rollback- und Notfallmechanismen, mit denen automatisierte Ma&#xDF;nahmen jederzeit kontrolliert zur&#xFC;ckgenommen werden k&#xF6;nnen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Wenn Sie nur einen Rat an Gesch&#xE4;ftsf&#xFC;hrer und IT-Verantwortliche geben d&#xFC;rften: Worauf sollten sie sich heute vorbereiten, um morgen nicht &#xFC;berrascht zu werden?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Bei aller Begeisterung f&#xFC;r K&#xFC;nstliche Intelligenz d&#xFC;rfen Unternehmen die Grundlagen der Cybersicherheit nicht vernachl&#xE4;ssigen. Wer seine Systeme nicht kennt, privilegierte Zugriffe nicht absichert, Schwachstellen nicht konsequent behebt oder keine funktionierenden Backups besitzt, wird auch k&#xFC;nftig ein leichtes Ziel f&#xFC;r Angreifer bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso wichtig ist es, Verantwortlichkeiten und Notfallprozesse bereits vor einem Sicherheitsvorfall festzulegen und regelm&#xE4;&#xDF;ig zu trainieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>&#x201E;<strong><em>Cybersicherheit ist kein Produkt und kein Projekt. Sie ist ein kontinuierlicher Risikomanagement-Prozess, der Governance, Pr&#xE4;vention, Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung umfasst. Nur auf dieser Grundlage entsteht echte Cyberresilienz.<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Zum Abschluss: Was macht Ihnen mit Blick auf die digitale Zukunft mehr Hoffnung, die Geschwindigkeit technologischer Innovationen oder die zunehmende Sensibilisierung von Unternehmen f&#xFC;r Cyberrisiken?<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Candid W&#xFC;est:<\/strong> Mehr Hoffnung macht mir die zunehmende Sensibilisierung f&#xFC;r Cyberrisiken, auch wenn die Entwicklung noch zu langsam voranschreitet. Viele kleine und mittlere Unternehmen untersch&#xE4;tzen ihre Attraktivit&#xE4;t als Angriffsziel. Gleichzeitig ordnen auch gro&#xDF;e Unternehmen Sicherheitsaspekte h&#xE4;ufig dem Druck schneller Entwicklungs- und Bereitstellungszyklen unter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die grundlegenden Bedrohungen und Schutzma&#xDF;nahmen sind heute weitgehend bekannt. Das eigentliche Problem besteht darin, dieses <strong>Wissen konsequent in Entwicklung, Beschaffung und Betrieb umzusetzen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gutes Beispiel daf&#xFC;r ist das sogenannte <strong>Threat Modeling<\/strong>, also die systematische Analyse m&#xF6;glicher Bedrohungen vor der Einf&#xFC;hrung neuer Systeme, Anwendungen oder Prozesse. Es sollte keine Spezialdisziplin f&#xFC;r Hochrisikoprojekte sein, sondern ein selbstverst&#xE4;ndlicher Bestandteil jeder sicherheitsrelevanten Ver&#xE4;nderung. Denn nachhaltige Sicherheit entsteht nicht allein durch Technologie, sondern durch konsequentes Handeln.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sabine Kuch: Herr Wuest, vielen herzlichen Dank f&#xFC;r dieses spannende Interview.<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digitale Souver&#xE4;nit&#xE4;t. K&#xFC;nstliche Intelligenz. Security-Kontinuit&#xE4;t. 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